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Feuer machen mit dem Feuerstahl: Welcher Zunder funktioniert wirklich

Feuer machen mit dem Feuerstahl: Welcher Zunder funktioniert wirklich

Mit einem Feuerstahl bekommst du auch bei Nässe ein Feuer in Gang, wenn der Zunder stimmt. Die drei zuverlässigsten Zunder aus der Natur sind Feathersticks, Birkenrinde und Kienspan. Alle drei findest du in fast jedem Wald.

Cord ist erfahrener Bushcrafter und Teil unseres Teams. Er hat uns gezeigt, wie er draußen vorgeht. Diese Anleitung kommt aus der Praxis, nicht aus dem Lehrbuch.

Was du brauchst

Einen Feuerstahl. Ein Messer mit scharfem Klingenrücken, damit lassen sich die Funken besser abziehen. Und Zunder.

Eine Regel vorweg: Wenn du denkst, du hast genug Zunder, sammle noch einmal genauso viel. Für einen sicheren Start brauchst du mindestens zwei bis drei Schichten. Neben den drei Arten hier funktionieren auch Reisig und trockenes Heu als Basis.

1. Feathersticks

Feathersticks machst du aus trockenem Holz, zum Beispiel aus Ästen oder gespaltenem Holz. Du schnitzt mit dem Messer feine Locken von oben nach unten, die am Holz hängen bleiben. Diese Locken lassen sich direkt mit dem Feuerstahl entzünden.

Stell deinen Fuß auf das untere Ende des Holzstücks, dann hast du beim Schnitzen mehr Stabilität. Trockenes Kernholz brennt am besten.

Bushcrafter schnitzt mit dem Messer Feathersticks aus einem Holzstück und entzündet die Locken mit dem Feuerstahl

2. Birkenrinde

Birkenrinde enthält ätherische Öle und brennt deshalb auch dann, wenn sie feucht ist. Nimm die Rinde vorzugsweise von toten Bäumen.

Ein handgroßes Stück reicht. Rau die Oberfläche mit dem Messer auf, bis sich feine Fasern bilden, halte den Feuerstahl daran und erzeuge Funken.

Die Flamme brennt nur kurz. Leg schnell weitere kleine Stücke Birkenrinde nach. Zu alte Rinde entzündet sich nur schwer.

Aufgeraute Birkenrinde als Zunder wird mit Funken vom Feuerstahl entzündet

3. Kienspan

Kienspan ist stark harzgetränktes Holz, meist von Kiefern. Du findest ihn an toten Wurzeln, Ästen oder alten Baumstümpfen.

Schneide zuerst ein paar grobe Späne ab. Danach raspelst du mit dem Klingenrücken feine Flocken herunter und entzündest sie mit dem Feuerstahl. Das Harz sorgt dafür, dass die Flamme länger hält als bei Birkenrinde.

Feine Kienspan-Flocken werden mit dem Klingenrücken vom harzgetränkten Holz geraspelt

Häufige Fragen

Funktioniert ein Feuerstahl bei Regen?

Ja. Der Feuerstahl selbst funktioniert nass genauso wie trocken. Entscheidend ist der Zunder. Birkenrinde und Kienspan brennen auch dann, wenn sie feucht sind, weil Öl und Harz das Wasser verdrängen.

Warum ein Messer mit scharfem Klingenrücken?

Ein abgerundeter Rücken zieht kaum Material vom Feuerstahl ab. Mit einer scharfen Kante bekommst du deutlich mehr und heißere Funken. Viele Bushcraftmesser haben deshalb einen bewusst scharfkantigen Rücken.

Wie viel Zunder brauche ich wirklich?

Mehr als du denkst. Rechne mit zwei bis drei Schichten, vom feinsten Material bis zu fingerdicken Zweigen. Der häufigste Grund, warum ein Feuer wieder ausgeht, ist zu wenig Nachschub im richtigen Moment.

Wo finde ich Kienspan?

An Kiefern, meist an toten Wurzeln, abgestorbenen Ästen und alten Stümpfen. Das Holz ist dunkler, schwerer und riecht deutlich nach Harz.

Darf ich im Wald ein Feuer machen?

Nein, nicht ohne Weiteres. In Deutschland gelten je nach Bundesland unterschiedliche Regeln, meist braucht es die Erlaubnis des Waldbesitzers und Mindestabstände zum Waldrand. Informiere dich vorher bei der zuständigen Gemeinde oder dem Forstamt.

Welcher Zunder eignet sich für Anfänger?

Birkenrinde. Sie liegt in vielen Wäldern herum, braucht nur wenige Messerzüge und fängt sehr zuverlässig Funken. Feathersticks sind der schwierigste der drei, weil sauberes Schnitzen Übung braucht.

Das Messer auf dem Bild ist ein Helle Nord Bushcraftmesser, die Handschuhe sind die Crud Molg Handschuhe. Beides findest du bei uns im Shop.

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