Ausrüstung

DD Tarp 3x3 MC im Praxistest: Aufbauten, Daten und häufige Fragen

Bushcrafter Cord sitzt im Herbstwald am Feuer vor einem Lean-to-Aufbau des DD Tarp 3x3 in Multicam

Das DD Tarp 3x3 MC ist ein 3 x 3 Meter großes Bushcraft-Tarp aus 190T-Polyester mit 3.000 mm Wassersäule, rund 790 Gramm schwer und mit 19 verstärkten Abspannpunkten. Es ist für mich der Allrounder, mit dem du dir draußen aus einem einzigen Stück Stoff einen Schlafplatz, ein Regendach oder einen kompletten Shelter baust.

Es gibt Ausrüstung, bei der man sich jedes Mal aufs Neue fragt, warum man eigentlich etwas anderes mitnehmen sollte. Das DD gehört für mich ziemlich eindeutig in diese Kategorie.

Warum 3 x 3 Meter die richtige Größe ist

Für mich ist das die goldene Mitte.

Kleinere Tarps sparen Gewicht, werden bei schlechtem Wetter aber schnell knapp. Größere bieten viel Platz, brauchen dafür mehr Abspannfläche und nehmen im Rucksack mehr Raum ein.

Die 3 x 3 Meter reichen für eine Person samt Ausrüstung locker aus. Trotzdem bleibt genug Reserve, um darunter zu sitzen, zu kochen oder einen geschützten Schlafplatz einzurichten. Groß genug für den Ernstfall, kompakt genug fürs Bushcraften, Wandern oder einen spontanen Overnighter.

Das Multicam macht im Wald Sinn

Was beim MC sofort auffällt, ist das Tarnmuster. Und das ist hier nicht nur Optik.

Gerade in unseren mitteleuropäischen Misch- und Laubwäldern funktioniert die Kombination aus Grün-, Braun- und gedeckten Naturtönen ausgesprochen gut. Zwischen Laub, Ästen, Moos und wechselnden Lichtverhältnissen verschwinden die großen Konturen des Tarps erstaunlich schnell.

Wer seinen Lagerplatz unauffällig hält, wird genau das zu schätzen wissen.

Blick aus dem Tarp-Shelter heraus auf ein Lagerfeuer am See, im Vordergrund ein Schaffell auf der Isomatte

Was du außer dem Tarp brauchst

Ein Tarp allein reicht nicht. Das ist der Punkt, an dem viele beim ersten Mal im Wald stehen und merken, dass etwas fehlt.

  • Ridgeline, rund 6 Meter reißfeste Schnur für die Firstlinie
  • Vier bis acht Meter Abspannschnur, je nach Aufbau
  • Sechs bis acht Heringe, im Waldboden lieber lange als kurze
  • Optional zwei Trekkingstöcke, wenn keine Bäume in der Nähe stehen

Mit dieser Ausstattung baust du jeden der folgenden Aufbauten.

Sechs Aufbauten mit einem Tarp

Genau deshalb mag ich ein klassisches 3 x 3 Meter Tarp so gerne. Du bist auf keinen Aufbau festgelegt.

A-Frame: der Klassiker als Schlafplatz

Spann die Ridgeline zwischen zwei Bäumen, etwa in Hüfthöhe. Leg das Tarp mittig darüber, sodass beide Hälften gleich lang herunterfallen. Zieh die vier Eckpunkte schräg nach außen zum Boden und setz die Heringe. Von vorne ergibt das die Form eines A.

Wann du ihn nimmst: Regen, Wind aus wechselnder Richtung, Übernachtung. Der Aufbau schützt von zwei Seiten und ist in fünf Minuten fertig.

DD Tarp 3x3 in Multicam im A-Frame-Aufbau zwischen Fichten, darunter ein Schlafplatz mit Schaffell, Petroleumlampe und Rucksack

Diamond: die große Fläche über der Hängematte

Häng das Tarp diagonal über die Ridgeline, also von Ecke zu Ecke statt von Kante zu Kante. Die beiden übrigen Ecken spannst du seitlich nach unten ab.

Wann du ihn nimmst: über einer Hängematte. Du bekommst mit demselben Stück Stoff eine deutlich größere überdachte Länge als beim A-Frame.

Lean-to: offenes Camp mit Blick ins Feuer

Befestige eine Kante des Tarps an der Ridgeline oder an zwei Bäumen in Kopfhöhe. Die gegenüberliegende Kante ziehst du bis auf den Boden und pinnst sie fest. Es entsteht ein schräges Dach, vorne offen.

Wann du ihn nimmst: trockenes bis leicht feuchtes Wetter, Wind aus einer klaren Richtung. Der Aufbau reflektiert die Wärme eines Feuers nach innen und du hast freie Sicht nach vorne.

Plow Point: schnell und minimalistisch

Nimm eine Ecke des Tarps und befestige sie erhöht an einem Baum oder Stock. Die beiden benachbarten Bereiche laufen schräg zum Boden und werden dort abgespannt.

Wann du ihn nimmst: kurze Pause, plötzlicher Regen, ein Nachtlager ohne Ansprüche. Zwei Minuten, drei Heringe.

Geschlossener Shelter: wenn es richtig ungemütlich wird

Bau einen A-Frame und zieh die Seiten deutlich weiter herunter, fast bis auf den Boden. Die Rückseite schließt du zusätzlich, indem du die hinteren Ecken nach innen faltest und tief absteckst.

Wann du ihn nimmst: Sturm, Dauerregen, seitlich einfallendes Wasser. Es wird eng darunter, dafür bleibst du trocken.

Tarp-Tent: die zeltähnliche Konstruktion

Spann eine Kante über die Ridgeline, schlag die gegenüberliegende Hälfte nach innen als Bodenfläche um und lass eine Ecke als Eingang offen stehen. Das braucht etwas Übung und mehr Abspannpunkte als die anderen Varianten.

Wann du ihn nimmst: mehrtägige Touren, wenn du kein Zelt mitschleppen willst und trotzdem eine Bodenlage brauchst.

Dazu funktioniert das Tarp als Regendach über dem Camp, über dem Kochplatz, als zusätzlicher Vorbau am Zelt oder im Notfall als Bodenplane.

19 Abspannpunkte, und die machen den Unterschied

Ein gutes Tarp steht und fällt für mich mit seinen Abspannmöglichkeiten. Das DD hat 19 verstärkte Befestigungspunkte, 16 an den Außenkanten und drei entlang der Firstlinie.

Das klingt nach einem technischen Detail, macht draußen aber einen gewaltigen Unterschied. Du passt das Tarp sehr individuell an Gelände, Bäume, Windrichtung und Wetter an.

Gleichzeitig sind die Schlaufen ordentlich verstärkt. Wenn der Wind auffrischt und richtig Zug auf die Abspannpunkte kommt, willst du hier keine filigrane Konstruktion haben. Sauber und flach abgespannt steht das DD auch bei kräftigerem Wind stabil.

Die Daten im Überblick

  • Maße: 3 x 3 Meter
  • Gewicht: rund 790 Gramm
  • Material: 190T Polyester mit PU-Beschichtung
  • Wassersäule: 3.000 mm
  • Mittelnaht: versiegelt
  • UV-Schutz: UV50+
  • Abspannpunkte: 19 verstärkte Schlaufen, 16 außen, 3 an der Firstlinie
  • Farbe: Multicam

Häufige Fragen zum Tarp

Reicht ein 3 x 3 Meter Tarp für zwei Personen?

Für eine Übernachtung zu zweit wird es eng, geht aber. Im A-Frame liegt ihr nebeneinander unter der Firstlinie, Platz für Ausrüstung bleibt dann kaum. Als Regendach über einem gemeinsamen Lagerplatz reichen die 3 x 3 Meter für zwei Leute problemlos.

Was bedeutet 3.000 mm Wassersäule?

Die Wassersäule gibt an, wie viel Wasserdruck ein Material aushält, bevor Feuchtigkeit durchdringt. 3.000 mm heißt: eine 3 Meter hohe Wassersäule auf einer kleinen Fläche. Als wasserdicht gilt ein Material ab 1.500 mm. Für Dauerregen im Wald bist du mit 3.000 mm auf der sicheren Seite.

Kann ich das Tarp über einer Hängematte nutzen?

Ja, und das ist einer der Hauptgründe für ein 3 x 3 Meter Tarp. Nimm den Diamond-Aufbau, dann bekommst du über die Diagonale rund 4,2 Meter überdachte Länge statt der 3 Meter beim A-Frame. Das reicht, damit auch die Aufhängepunkte trocken bleiben.

Was ist der Unterschied zwischen Tarp und Zelt?

Ein Zelt bringt Boden, Wände und meist ein Innenzelt mit, ist dafür schwerer und in der Form festgelegt. Ein Tarp ist nur das Dach. Du entscheidest jedes Mal neu, wie du es aufbaust, sparst Gewicht und Packmaß, hast dafür keinen geschlossenen Raum und keinen Insektenschutz.

Wie packe ich ein nasses Tarp ein?

Schüttel es grob aus und pack es getrennt von Schlafsack und Kleidung ein, am besten in einen eigenen Beutel außen am Rucksack. Zu Hause hängst du es locker auf und lässt es vollständig trocknen, bevor du es verstaust. Nass eingelagertes Polyester riecht nach wenigen Tagen und die Beschichtung leidet.

Brauche ich Erfahrung, um ein Tarp aufzubauen?

Für A-Frame, Lean-to und Plow Point reicht ein Nachmittag im Garten. Der Tarp-Tent und der geschlossene Shelter brauchen ein paar Versuche. Mein Rat: Bau die drei einfachen Varianten einmal zu Hause auf, bevor du im Dunkeln im Regen stehst.

Mein Fazit

Das DD Tarp 3x3 MC ist kein ultraleichtes Spezialtarp für Grammzähler. Dafür ist es etwas anderes: ein vielseitiges und robustes Stück Ausrüstung, mit dem du draußen sehr viel anfangen kannst.

Bushcraft-Camp, Hängematten-Setup, Wanderung, Wochenendtour oder Regendach für die Pause. 3 x 3 Meter, 19 stabile Abspannpunkte und ein Tarnmuster, das in unseren Wäldern hervorragend funktioniert, ergeben einen starken Allrounder.

Und wahrscheinlich ist genau das die größte Stärke dieses Tarps: einpacken, ein paar Meter Schnur dazu, und draußen entscheiden, was du daraus baust.

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