Dachzeltfell

Ein Dachzelt ist im Sommer heiß und im Herbst klamm. Der Grund liegt fast immer unter dir, nicht über dir. Diese Seite erklärt, warum ein Schaffell im Dachzelt etwas anderes leistet als eine Decke, welche Größe zu deinem Zelt passt und worauf du bei Feuchtigkeit achten musst.

Warum ein Fell und keine Decke?

Im Dachzelt liegst du auf einer Schaumstoffmatratze. Schaumstoff ist dicht und nimmt keine Feuchtigkeit auf. Alles, was du nachts an Schweiß abgibst, bleibt zwischen dir und der Matratze stehen. Am Morgen ist das Laken klamm und die Matratzenunterseite oft nass.

Wolle nimmt Feuchtigkeit im Faserinneren auf, bis zu einem Drittel ihres Eigengewichts, ohne sich nass anzufühlen. Sie gibt sie über den Tag wieder ab. Eine Decke aus Baumwolle oder Kunstfaser kann das nicht in dieser Größenordnung.

Dazu kommt die Luft. Die Wollfasern stehen aufrecht und halten ein Luftpolster zwischen dir und der Matratze. Dieses Polster isoliert nach unten und lässt gleichzeitig Luft zirkulieren.

Welche Größe passt in dein Dachzelt?

Miss die Liegefläche deines Zeltes aus, nicht das Außenmaß und nicht die Dachlast. Die gängigen Dachzelte liegen bei 120 bis 140 cm Breite für zwei Personen und bei 160 bis 180 cm für Familienzelte.

Das Merino Schaffell für Dachzelte gibt es in 130 x 200 cm und in 140 x 240 cm.

130 x 200 cm deckt die Liegefläche der meisten Zweipersonenzelte vollständig ab. 140 x 240 cm passt in breitere Zelte und lässt an Kopf- und Fußende Material übrig, das du unter die Matratze schlagen kannst. Das hält das Fell nachts an Ort und Stelle.

Im Zweifel die größere Größe. Ein Fell, das an den Rändern übersteht, stört nicht. Eines, das zu kurz ist, rutscht.

Geschoren oder ungeschoren?

Beide Varianten bestehen aus demselben Fell, sie unterscheiden sich nur in der Haarlänge.

Das ungeschorene Fell hat das volle, lange Haar. Es baut ein dickeres Luftpolster auf und isoliert damit stärker nach unten. Wer im Frühjahr und Herbst draußen ist oder im Dachzelt schnell friert, fährt damit besser.

Das geschorene Fell hat eine kurze, gleichmäßige Oberfläche. Es trägt weniger auf, verrutscht weniger unter dem Laken und lässt sich flacher zusammenlegen. Für den Sommer und für alle, die das Fell oft ein- und ausbauen, ist es die praktischere Wahl.

Beide Varianten gibt es in Platinsilber.

Wärmt ein Fell auch im Sommer zu stark?

Nein, und das ist der am häufigsten missverstandene Punkt. Wolle isoliert in beide Richtungen. Sie hält die Körperwärme, wenn es kalt ist, und hält die aufgeheizte Matratze auf Abstand, wenn es warm ist.

Entscheidender ist der Feuchtigkeitstransport. Wer im Sommer auf einer Kunstfasermatratze schwitzt, liegt in seinem eigenen Kondenswasser. Auf Wolle bleibt die Oberfläche trocken.

Was passiert mit Kondenswasser unter der Matratze?

Kondenswasser entsteht dort, wo warme Luft auf eine kalte Fläche trifft. Im Dachzelt ist das die Unterseite der Matratze, weil das Zeltbett von unten auskühlt.

Ein Fell auf der Matratze löst dieses Problem nicht allein. Es reduziert aber die Menge Feuchtigkeit, die überhaupt bis zur Matratze durchkommt, weil die Wolle sie vorher aufnimmt.

Was zusätzlich hilft: Das Zelt morgens offen stehen lassen, bis die Matratze abgetrocknet ist. Und die Matratze zu Hause aufkanten, statt sie flach liegen zu lassen.

Wie pflegst du ein Schaffell im Dachzelt?

Ausschütteln reicht in den meisten Fällen. Wolle nimmt Geruch deutlich langsamer an als Kunstfaser, deshalb braucht das Fell selten mehr.

Bei stärkerer Verschmutzung im Wollprogramm bei 30 Grad mit Wollwaschmittel waschen, ohne Weichspüler. Danach flach und langsam trocknen, nicht in den Trockner und nicht auf die Heizung. Solange das Leder feucht ist, kannst du es sanft durchkneten, damit es geschmeidig bleibt.

Bei einem Fell dieser Größe ist die chemische Reinigung die entspanntere Wahl.

Vor der Winterpause trocken einlagern. Ein feucht eingerolltes Fell ist die häufigste Ursache für Stockflecken auf dem Leder.

Woher kommen die Felle?

Die Tiere kommen aus Australien und Neuseeland. Das Schaffell ist ein Nebenprodukt der Fleisch- und Milchwirtschaft, es wird kein Tier für das Fell gehalten.

Gegerbt wird synthetisch, also ohne Chromgerbung. Die Felle sind nach OEKO-TEX LEATHER STANDARD zertifiziert. Das bedeutet, dass alle Bestandteile auf über 1.000 Schadstoffe geprüft wurden und je nach Intensität des Hautkontakts unterschiedlich strenge Grenzwerte gelten.

Nach Aussage unseres Lieferanten sind die Felle mulesing-frei.

Für wen lohnt sich das nicht?

Wenn du dein Dachzelt zwei Wochen im Jahr bei Sonnenschein nutzt, tut es eine Decke auch. Ein Fell in dieser Größe kostet ab 439 € und rechnet sich über Jahre, nicht über einen Sommerurlaub.

Wenn du dagegen von Frühjahr bis Herbst draußen bist, in kühlen Nächten schläfst oder schon einmal morgens in einer feuchten Matratze aufgewacht bist, ist es die Anschaffung, die den Unterschied macht.